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HES rüstet Tankfarm für die Zukunft

 

Die HES Wilhelmshaven GmbH will 30 bis 50 Millionen Euro in die Weiterentwicklung ihrer Tankfarm im Voslapper Groden investieren.

Es soll unter anderem eine Rohölpipeline bis zur Maade gebaut, neue Tanks für verschiedene Kunden errichtet und eine 2009 von der Wilhelmshavener Raffineriegesellschaft (WRG) errichtete Vakuum-Destillationsanlage wieder aktiviert werden.

Bislang sei die Tankfarm, die seit 2012 auf dem Areal der 2009/10 stillgelegten Raffinerie betrieben wird, vornehmlich auf das Einlagern von Rohöl-Produkten angelegt gewesen.  Kunden lagern bei HES günstig erworbenen Kraftstoff ein, um ihn später zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Laut Sven Partzsch, Geschäftsführer HES Wilhelmshaven, sollen jetzt nachhaltigere Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Im Zentrum steht dabei das Rohöl. Die Nähe des Tankfarm-Standortes zum Kavernenfeld in Etzel (Gemeinde Friedeburg) biete die Gelegenheit, gewaltige Lagerkapazitäten zu nutzen. Voraussetzung dafür sei eine Pipeline-Anbindung. Die Planungen dafür sind nach den Worten des HES-Managers schon weit fortgeschritten.

„Die Rohöl-Pipeline soll in der Trasse der ehemals von Ineos genutzten Chlorgas-Pipeline vom Voslapper Groden bis zur Maade geführt werden“, so Partzsch. Dort würde sie an die vorhandene Pipeline des Speicherunternehmens Storag Etzel GmbH vom Kavernenfeld zur Nordwest-Oelleitung Wilhelmshaven (NWO) angebunden.

Wirtschaftlich vielversprechend ist aus Sicht von HES auch die Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Vakuum-Destillationsanlage. Mit ihrer Hilfe soll möglichst schon im zweiten Quartal 2018 Schweröl mit einem sehr niedrigen Schwefelgehalt als Schiffskraftstoff hergestellt werden. Der Bedarf hierfür wird aufgrund von Luftschutzbestimmungen stark steigen.

Faktisch befindet sich die Tankfarm mit dieser Planung auf dem Weg zu einem Produktionsunternehmen. „Technisch ist die Umrüstung der Destillationsanlage möglich“, sagt Partzsch. Aktuell bespreche man mit einem Kunden die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und mit den niedersächsischen Behörden das Genehmigungsverfahren. Ausdrücklich lobte Partzsch in diesem Zusammenhang die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV e.V.) und die Stadt Wilhelmshaven, deren Unterstützung für das Unternehmen „vorbildlich“ sei.Für die Produktion und Lagerung des Schiffs-Kraftstoffes müssten vorhandene Tanks modernisiert und umgebaut werden. Für weitere Kunden plane man zudem den Neubau  hochmoderner Rohöltanks.

„Es tut sich einiges“, sagt Partzsch, der gute Chancen sieht, die vorhandenen 97 Arbeitsplätze in der Tankfarm zu sichern und einige Dutzend weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Zum Teil sei das auch schon durch Projekte gelungen, die in den vergangenen Wochen und Monaten angelaufen sind.

Der Schiffsverkehr zur Tankfarm HES Wilhelmshaven hat deutlich zugenommen. Seit Anfang dieses Jahres wird dort im Auftrag eines amerikanischen Energiekonzerns LPG (Liquefied Petroleum Gas) per Schiff angeliefert, eingelagert und per Bahn an Kunden aus der petrochemischen Industrie ausgeliefert. Bereits 14 Gastanker wurden abgefertigt.

„Das Geschäft ist gut angelaufen“, so Sven  Partzsch. Aktuell würden wöchentlich drei mit Butan oder auch Propan befüllte Ganzzüge auf die Reise geschickt. Eine Dienstleistung, die sich in der Branche herumgesprochen hat. Parztsch: „Wir haben schon weitere Anfragen.“

Die HES Wilhelmshaven GmbH ist ein Tochterunternehmen der HES International B.V. (Rotterdam). Insgesamt verfügt die unabhängige Tankfarm derzeit über 52 Großtanks (Gesamtvolumen von 1,29 Millionen Kubikmeter), die bereits komplett ausgelastet sind. Für den Einstieg in das LPG-Geschäft, für das unter anderem die Feuerlöschanlagen erneuert werden mussten, hat HES nach eigenen Angaben 12,5 Millionen Euro investiert.

Als weiteren Erfolg wertet Partzsch, dass das Unternehmen das Auftragsvolumen mit einem Bestandskunden deutlich ausweiten konnte. Wurde bislang dessen Tankstellen lediglich mit Diesel beliefert, übernimmt HES jetzt die Anlieferung mit sämtlichen an Tankstellen gehandelten Kraftstoffen – vom Biodiesel über Super-Benzin bis zum E-10-Super, die auch per Schiff bei HES angeliefert werden.

Die Vertragserweiterung führe auch zu einer erhöhten Zahl von Zugabfertigungen. Von dem bevor stehenden Ausbau der Gleisstrecke zwischen Sande und Varel erwartet Partzsch keine Beeinträchtigungen. Im Gegenteil. „Wenn die Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven mittelfristig elektrifiziert ist, sinken die Logistikkosten unserer Kunden. Das kann für den Standort nur von Vorteil sein.“

Der Standort Wilhelmshaven hat aus Sicht von HES für eine Tankfarm wichtige Vorzüge. Die vorhandenen Tanks, der Platz für mögliche Tankneubauten und die Nähe zu den Kavernen in Etzel – es gebe an der deutschen Küsten keinen Akteur, der dem freien Markt so große Lagerkapazitäten in einer so breiten Angebotspallette bieten könne, so Partzsch. Hinzu komme das tiefe Fahrwasser der Jade, das die Belieferung mit größten Schiffseinheiten ermögliche.

Als weiteren Geschäftszweig hat die HES für einen Kunden die Jet-Fuel-Versorgung mehrerer Flughäfen in Deutschland aufgenommen. Das Kerosin werde ebenfalls per Schiff angeliefert und mit Zügen weitertransportiert. „Jetzt sind wir auch in diesem Bereich ein wichtiger Teil einer Logistikkette“, so Partzsch. Das entspreche der Nachhaltigkeits-Strategie des Unternehmens. Ziel sei es, mit den Kunden langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

WRG

Foto: WHV e.V. – Die Tankfarm HES Wilhelmshaven

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